Streitschlichter
Die (kleinen) Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur von den Erwachsenen lernen: Das Streitschlichtungs-Team hilft, Konflikte selbstständig zu klären.
Die (kleinen) Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur von den Erwachsenen lernen: Das Streitschlichtungs-Team hilft, Konflikte selbstständig zu klären.
Das Konzept Streitschlichtung bietet als Methode konstruktiver Konfliktbearbeitung Hilfen im Umgang mit Gewalt: Schüler*innen werden befähigt, alltägliche Streitigkeiten zwischen Mitschüler*innen ohne direkte Beteiligung von Lehrer*innen zu schlichten: Sie werden dazu ausgebildet, sich die Zeit zu nehmen, den Streit unparteiisch und neutral zu schlichten. Erfolgversprechend ist dieses Vorgehen, da sie dichter dran sind, weil die Altersunterschiede nicht so groß sind (Peer Education). Das Streitschlichter-Programm leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsförderung und –entwicklung. Mediation in der Schule stellt daher eine Erweiterung des vorhandenen Ansatzes zum sozialen Lernen dar.
Für Schulleitung und Kollegium resultiert aus dem Streitschlichtungs-Konzept eine Entlastung in Bezug auf die Regelung von Schülerkonflikten. Schüler*innen eröffnet sich die Chance zu mehr Partizipation im Schulalltag und Übernahme von Verantwortung. Perspektivisch ist damit die Hoffnung verbunden, dass sich Einstellungen und Fähigkeiten zu einer gewaltfreien Lösung von Konflikten bei allen am Schulleben beteiligten verankern.
Die AG Streitschlichtung beginnt in der 3. Schulwoche und umfasst im ersten Halbjahr 11 Doppelstunden, die 14tägig stattfinden und einen dreitägigen kostenpflichtigen Intensiv-Workshop in der CAJ Werkstatt in Saerbeck im Rahmen der IG Hammer Streitschlichter (HIGS).
Im zweiten Halbjahr werden erste Erfahrungen in der Streitschlichtung gesammelt und in regelmäßigen Treffen begleitend reflektiert (ca. zweimal im Monat und nach Bedarf). Die Ausbildung endet mit einem Zertifikat und einer Ehrung, zu der alle Streitschlichter*innen der teilnehmenden Hammer Schulen eingeladen werden.
Nach der Ausbildung bilden die Schüler*innen im folgenden Schuljahr das neue Streitschlichtungs-Team des Beisenkamp Gymnasiums und helfen dabei, ein gewaltfreies und gutes soziales Klima an der Schule zu fördern, in dem sich jede/ r an ihrem/ seinem Platz akzeptiert fühlt.
Die Streitschlichter*innen, die in die EF wechseln können Patin/ Pate der Sextaner*innen werden.
Die Schülerinnen und Schüler der Untertertia (8) und Obertertia (9) erlernen als angehende Streitschlichter*innen Techniken, um Streitereien erfolgreich zu schlichten. Sie sollten gut zuhören und eine neutrale Position einnehmen können. Nach dem Schlichtungsgespräch vereinbaren sie mit den Parteien eine Lösung. Nach zwei Wochen treffen sich alle Beteiligten noch einmal, um zu überprüfen, ob die Lösung angenommen und umgesetzt wurde. In der Regel finden die Schlichtungsgespräche in der 2. großen Pause statt. In dringenden Ausnahmefällen können die Streitschlichter*innen auch nach Rücksprache mit der Lehrkraft die Schlichtung während der Unterrichtszeit durchführen. Bei einem schwierigen und das Streitschlichtungs-Team überfordernden Konflikt wird die Beratungslehrerin hinzugezogen.
In der Quarta (7) und in der Untertertia (8) kann man sich für die AG Streitschlichtung anmelden.
Im ersten Halbjahr basiert die Ausbildung auf einer fundierten Grundlagen-Vermittlung, die 14tägig in Doppelstunden stattfindet (22 Stunden). Dieser Theorieblock beinhaltet einen dreitägigen Intensiv-Workshop in der CAJ Werkstatt Saerbeck im Rahmen der IG Hammer Streitschlichter-Schulen (HIGS). Vorausgesetzt werden Engagement, Verantwortungsbereitschaft, Ernsthaftigkeit sowie die Verpflichtung, nach der Ausbildung aktiv im Streitschlichter-Team mitzuarbeiten.
Zu Beginn ihrer Ausbildung erproben die Schüler*innen in Gruppenarbeit und Rollenspielen, wie Kommunikation gelingen kann und analysieren, was diese oft erschwert. Sie reflektieren, wie sich Stimmungen verbal oder in Körpersprache niederschlagen und üben sich darin, aktiv und genau zuzuhören.
Der Schlichtungsprozess basiert auf einem intensiven Training: Die einzelnen Schritte der Schlichtung werden wiederholt in Rollenspielen trainiert, die Spieler*innen reflektieren ihr eigenes Verhalten, erhalten Rückmeldungen der Mitspieler*innen und von der beobachtenden Moderatorin, so dass am Ende der Ausbildung alle angehenden Streitschlichter*innen die einzelnen Schritte sicher beherrschen und souverän durchführen können.
Die Intensiv-Phase in Saerbeck trägt dazu bei, dass die Schüler*innen ihre erworbenen Kompetenzen in Rollenspielen mit ihnen unbekannten Schüler*innen einüben und vertiefen können.
Die AG Streitschlichtung sollte mindestens aus 8 höchstens aus 15 Schüler*innen bestehen. Optimal wären mindestens je 4 Schülerinnen und Schüler der Untertertia (8) und der Obertertia (9) pro Ausbildungsblock. Davon nehmen mindestens zwei und höchstens vier am Intensiv-Workshop in Saerbeck teil.
Die im ersten Ausbildungsteil erworbenen Kenntnisse und erlernten Techniken finden im zweiten Schulhalbjahr Anwendung in der Praxis (Pausenbereitschaft). Die Schüler*innen bilden Teams (optimal wäre je eine Schülerin und ein Schüler pro Team), die erste Erfahrungen im Streitschlichten sammeln, die gemeinsam in Beratungs-Gesprächen – unterstützt durch die Moderatorin – reflektiert werden.
Im Verlauf der Ausbildung wird mit den Schüler*innen vereinbart, wie die Mitschüler*innen auf die Möglichkeit der Streitschlichtung in der Schule aufmerksam gemacht und die Streitschlichter*innen vorgestellt werden sollen. Ferner soll der SV-Raum in den Pausen, in denen keine SV-Sprechstunde ist, zur Streitschlichtung genutzt werden. Je nach Anzahl der Streitschlichter*innen besteht in jeder Pause das Angebot zur Streitschlichtung. Zu dem Informationsschild „Schülervertretung“ wird auch ein Schild „Streitschlichtung“ aufgehängt.
Die nach der Ausbildung in die Einführungsphase wechselnden Streitschlichter*innen können Patinnen/ Paten für die Sextaner*innen werden, die die Neuankömmlinge bei ihrem Schulstart unterstützen.